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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin, Unser Informationsservice zum Thema:
Brustkrebs
Der Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Die Erkrankung von Männern an Brustkrebs ist dagegen mit 1 % aller Betroffenen sehr selten. Aber nicht nur deshalb ist der Brustkrebs für Frauen eine besonders bedrohliche Erkrankung. Durch die Häufigkeit dieser Erkrankung kennt fast jede Frau andere Frauen im Bekannten- oder Familienkreis, die an einem Brustkrebs erkrankt sind. Dies führt zu Angst und Unsicherheit bezüglich des eigenen Risikos und bezüglich möglicher oder notwendiger Vorsorgemaßnahmen. Wir wissen, dass etwa 5-10 % aller Brustkrebs-Fälle bei Frauen auftreten, die eine erbliche Belastung haben. Einige dafür verantwortliche Gene (BRCA1 und BRCA2) sind zwar bekannt, und wir wissen um das besonders hohe Risiko von Frauen, die mit einem solchen „Brustkrebsgen“ behaftet sind, für die übrigen 90-95 % aller Betroffenen gibt es derzeit keine nachweisbaren einzelnen Ursachen. Hinweise auf einen erblichen Brustkrebs sind (nach dem Schwerpunktprogramm der Deutschen Krebshilfe):
Eine Vielzahl
von Risikofaktoren für Brustkrebs sind
bekannt (frühe erste Menstruation, keine Kinder, keine Stillzeiten, später
Eintritt des Klimakteriums,
Wie kaum ein anderer Tumor führt Brustkrebs zu starken Eingriffen in die körperliche, seelische, geistige Integrität der betroffenen Frauen. Das Gefühl der Unverwundbarkeit und unerschütterlichen Gesundheit wird durch die Diagnose Brustkrebs aufs Tiefste erschüttert, ja manchmal nahezu vollständig zerstört. Die mit äußerlich sichtbaren Veränderungen einhergehende Operation erzeugt oft das Gefühl, nicht mehr attraktiv zu sein und sich nicht mehr als vollständige Frau fühlen zu können. Störungen der Sexualität und Partnerschaft sind eher die Regel als die Ausnahme. Die betroffene Frau, meist aus voller Vitalität zur Patientin geworden, bedarf der intensiven Unterstützung in der Verarbeitung der Diagnose.
Im Rahmen des
Disease Management Programms „Brustkrebs“ ist ein Qualitätsmerkmal die zügige
Leitung der Patientin von der Verdachtsdiagnose über die Diagnose zur Therapie.
Dies wird aber nicht dem Bedürfnis der Frauen gerecht, die in Ruhe überlegen und
mitentscheiden wollen. Hier ist wichtig zu wissen: die Diagnose Brustkrebs ist
keine Notfallindikation - es besteht Zeit. Jede Frau hat das Recht, sich
verschiedene Meinungen einzuholen, sich in Ruhe zu überlegen, welche Therapie
sie wählt, wenn ihr verschiedene Behandlungswege vorgeschlagen werden. Im Einzelnen sind folgende Entscheidungs- und Therapieschritte beim Brustkrebs von Bedeutung:
Jede knotige
Veränderung in der Brust einer Frau, die sich nicht innerhalb eines
Menstruationszyklus zurück bildet, ist verdächtig. Jede Veränderung der Form und
Größe einer Brust, jede Veränderung der Brusthaut und der Brustwarze bedarf der
ärztlichen Untersuchung. Jede insbesondere einseitige Absonderung von Sekret aus
der Brust muss Aufmerksamkeit erregen. Neben der Tastuntersuchung, der
Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) und der Ultraschalluntersuchung
kann in besonderen Fällen auch eine Kernspintomographie erforderlich sein. Zur
Sicherung des Verdachts wird eine Gewebeprobe entnommen. Naturheilkundliche
Diagnoseverfahren zum Ausschluss von Brustkrebs haben sich als nicht aussagekräftig erwiesen. Brustkrebs: Feingewebliche Untersuchung und Stadieneinteilung In der feingeweblichen Untersuchung wird unterschieden zwischen einem Carcinoma in situ und einem invasiven Karzinom. 95 % aller In-Situ-Karzinome sind dem ductalen Typ zuzuordnen (DCIS), 5 % dem lobulären Typ (LCIS). Bei den invasiven Karzinomen werden verschiedene Unterformen differenziert, am häufigsten sind invasiv ductale Karzinome. Die Stadieneinteilung für Brustkrebs erfolgt in der Regel nach dem TNM-Schema. Hierbei steht T für die Tumorgröße, N für den Lymphknotenbefall (Nodus), M für die Metastasierung.
Brustkrebs: Die OperationDie moderne Brustoperation wird meist brusterhaltend durchgeführt. In wenigen Fällen (inflammatorisches Karzinom, d. h. die Brust sieht wie entzündet aus, multizentrisches Karzinom, d. h. mehrere Herde in einer Brust, sowie eine spezielle feingewebliche Untergruppe (ausgedehntes DCIS)) muss die Brustdrüse komplett entfernt werden.
Da die
Brustkrebs
zellen über die Lymphknoten in den Körper streuen können, werden die
Lymphknoten der unteren und mittleren Ebene der Achselhöhle operativ entfernt.
Die Diagnostik der Achsellymphknoten ist unverzichtbarer Bestandteil der
Brustkrebs-operation, da das Ergebnis wesentliche Informationen für die weitere
Therapie gibt. Umgekehrt entsteht aus dieser Operation das Risiko eines
Lymphödem des Armes. War eine komplette Entfernung der Brust notwendig oder besteht eine deutliche Verkleinerung der Brust, so gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Frau, eine kosmetisch gute Lösung zu finden. Neben auf die Haut geklebten oder im BH getragenen äußeren Prothesen stehen verschiedene Verfahren des operativen Brustaufbaus zur Verfügung. Prinzipiell besteht die Auswahl zwischen körpereigenem Gewebe oder künstlichem Material. Der Brustaufbau kann direkt während der Brustkrebsoperation durchgeführt werden, aber auch später nach Bedenkzeit der Frau erfolgen. Brustkrebs: Strahlentherapie Die Bestrahlung der operierten Brust ist bei Frauen, die brusterhaltend operiert werden konnten, meistens notwendig, um das Risiko, dass in der gleichen Brust noch einmal ein Krebs entsteht, so weit wie möglich zu vermindern. Wir wissen, dass durch diese Nachbestrahlung das Risiko nicht mehr höher ist, als wenn die befallene Brust operativ entfernt worden wäre. Neue Studien zeigen auch nach einer kompletten Entfernung der Brustdrüse Überlebensvorteile für die Patientin, so dass in gemeinsamer Risikoabschätzung auch hier eine Empfehlung zur Bestrahlung erfolgen kann. Durch die moderne computerunterstützte Strahlentherapieplanung hat die Nachbestrahlung bei Brustkrebs wenig Nebenwirkungen. Meist ist eine vorübergehende Rötung des Bestrahlungsgebietes sowie eine Anschwellung und ein Wärmegefühl der Brust die einzige sichtbare Nachwirkung. Durch eine geschickte Anordnung der Strahlenfelder wird eine hohe Strahlendosis auf empfindliche Organe wie Lunge und Herz weitgehend vermieden, trotzdem kann es in seltenen Fällen im Anschluss an eine Bestrahlung bei einer Patientin zu einer strahlenbedingten Entzündung der Lunge kommen mit dem Symptom eines Reizhustens, sehr selten entwickelt sich hieraus eine anhaltende Gewebeveränderung in Form einer Strahlenfibrose. Bei unklaren Beschwerden sollte eine Röntgenuntersuchung erfolgen und ggf. eine kurzzeitige Therapie mit einem Cortisonpräparat eingeleitet werden. In bestimmten Fällen wird die Bestrahlung des Operationsgebietes ergänzt um eine Bestrahlung der Achselhöhle. Dies erniedrigt die Rezidivrate für die betroffene Patientin, erhöht aber das Risiko für die Ausbildung eines Armlymphödems. Eine Strahlentherapie wird bei Brustkrebs auch zur Behandlung von Metastasen im Knochen oder Gehirn eingesetzt. Hier kommen insbesondere Metastasen in den Knochen in Frage, wenn diese die Stabilität der Knochen gefährden oder Schmerzen verursachen. Brustkrebs: Neoadjuvante Chemotherapie Bei der Chemotherapie werden unterschieden die vor der Operation durchgeführte sog. neoadjuvante Chemotherapie, die nach einer Operation durchgeführte adjuvante Chemotherapie, die nach kompletter operativer Entfernung aller sichtbaren Tumorzellen die Rezidivhäufigkeit senken soll und einer palliativen Chemotherapie, die bei fortschreitender metastasierter Erkrankung eingesetzt wird.
Bei größeren Tumoren kann vor
der Operation eine (neoadjuvante)
Chemotherapie
durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, welche Mittel zum
Einsatz kommen. Dadurch lässt sich der Tumor oft so verkleinern, dass
anschließend eine brusterhaltende Operation möglich ist. Ein weiteres Ziel ist,
ohne Zeitverlust auch Tumorzellen zu zerstören, die schon aus dem primären
Knoten in den Körper gewandert sind, um die Bildung von Metastasen zu
verhindern. Brustkrebs: Adjuvante Therapie Nach Abschluss der Operation wird an der feingeweblichen Untersuchung und den anderen Befunden das Erkrankungsstadium festgelegt. Darüber hinaus wird der Rezeptorstatus - die Ausbildung von Hormonrezeptoren auf der Tumoroberfläche - bestimmt. Je nach Stadium wird man der Pat. eine Nachbehandlung empfehlen. Hierdurch wird das Risiko eines Rezidivs oder eines zweiten Tumors auf der anderen Seite gesenkt. Für Europa legt eine Expertenkommission in St. Gallen alle 2 Jahre fest, welche Therapiealternativen in den verschiedenen Krankheitsstadien aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll sind. Umgesetzt wird dies jeweils in den Nationalen Leitlinien. Aus diesen Alternativen die richtige auszuwählen, muss mit der Patientin ausführlich besprochen werden und stellt immer eine individuelle Entscheidung dar. Grundsätzlich besteht die Therapie in antihormonellen Medikamenten oder einer Chemotherapie. Auf jedem dieser Wege stehen unterschiedliche Arzneimittel zur Verfügung. Zu den antihormonellen Medikamenten zählen 1. GHRH-Analoga (Medikamente, die einem Steuerungshormon des Hormonkreislaufs ähnlich sind und bei Patientinnen vor der Menopause eingesetzt werden, um die körpereigene Aktivierung der Hormonbildung zu unterdrücken). 2. Tamoxifen und Fulvestrant als Östrogenrezeptorblocker 3. sog. Aromatasehemmer, die die Bildung von Östrogenen hemmen In der Chemotherapie können bei Brustkrebs mittlerweile eine Reihe von Substanzen eingesetzt werden. In der adjuvanten Therapie besonders verbreitet sind: Epirubicin bzw. Doxorubicin, Cyclophosphamid, Taxane. Jungen Frauen mit hohem Rezidivrisiko wird oft eine Kombination aus Chemotherapie und Hormontherapie in der adjuvanten Situation empfohlen. Im Falle einer gleichzeitig notwendigen Strahlentherapie ist die Reihenfolge mit der Patientin zu besprechen, in der Regel erfolgt zunächst eine Chemotherapie, dann die komplette Strahlentherapie und evtl. nochmals eine Chemotherapie. Die antihormonelle Therapie kann mit der Strahlentherapie oder erst nach ihrem Abschluss begonnen werden. Brustkrebs: Palliative Therapie
Bei
fortschreitender metastasierter Tumorerkrankung kommen neben symptomorientierten
Therapien wie der Strahlentherapie der Einsatz einer
antihormonellen
Therapie oder einer
Chemotherapie in Frage. Bei
der Präferenz ist zu entscheiden, welche Metastasierung bei der Patientin
vorliegt, und ob es sich um ein rasch fortschreitendes Geschehen oder ein
langsames Tumorwachstum handelt. Im Falle eines langsamen Tumorwachstums und
insbesondere bei der älteren Patientin wird man zunächst versuchen, mit einer
antihormonellen
Therapie aufgrund der besseren Verträglichkeit einen
Tumorstillstand und eine Rückbildung der Symptome zu erreichen. Hierbei kann
auch nacheinander eine Abfolge der verschiedenen antihormonellen Mittel gewählt
werden. Sowohl in der palliativen antihormonellen Therapie als auch in der palliativen Chemotherapie stehen die oben genannten Medikamente zur Verfügung. In der palliativen Chemotherapie kommen mittlerweile eine große Zahl von Einzelmedikamenten und Kombinationstherapien zum Einsatz, die auf die individuelle Situation der Patientin zugeschnitten werden können. Hierdurch ist es möglich, auch trotz eines fortschreitenden Tumorleidens über lange Zeit - und dies bedeutet auch über Jahre - ein Leben mit dem Tumor in guter Lebensqualität zu erreichen. Brustkrebs: Antikörper / Herceptin
Ca. 10 % aller
Brustkrebspatientinnen weisen einen
Tumor auf, auf dessen Oberfläche
Wachstumsrezeptoren ausgebildet sind (sog. HER-2/neu-Rezeptoren). Gegen diese
Rezeptoren wurde ein
Antikörper mit dem Handelsnamen Herceptin® entwickelt.
Eine weitere
Möglichkeit ist ein Medikament, das in Deutschland in Kürze zugelassen wird:
Lapatinib®
hemmt die Stoffwechselwege in der Tumorzelle, die über den Her-2-neu-Rezeptor
aktiviert werden. Herceptin®
wird adjuvant nach Abschluss der
Chemotherapie
für ein Jahr gegeben. Bei Patientinnen mit
Metastasen
wird Herceptin®
zusammen mit der Chemotherapie kombiniert, da sich beide in ihrer Wirkung
ergänzen. Brustkrebs: Nachsorge Früher wurden Patientinnen mit Brustkrebs aufwendige Nachsorgeprogramme mit genau festgelegten Untersuchungsprogrammen empfohlen. Die momentane Darstellung in den Leitlinien ist, dass die regelmäßige Selbstuntersuchung und die klinische Untersuchung durch den betreuenden Arzt anfangs in dreimonatigen, dann in sechsmonatigen, später in einjährigen Abständen ausreichend sind. Labor und apparative Diagnostik werden nur symptomabhängig eingesetzt. Dieser Standpunkt ist jedoch umstritten, da mittlerweile effektive Therapien zur Verfügung stehen, die bei frühzeitiger Erkennung von Metastasierung wesentliche Vorteile im frühen Einsatz bringen könnten.
Angebot für
Patientinnen mit Brustkrebs in der Abteilung Onkologie Patientinnen mit Brustkrebs können vor der Operation zur Einholung einer zweiten Meinung (second opinion) zu uns kommen, sie können nach der Operation zu einer Anschlussheilbehandlung, aber auch zu einer notwendigen Chemotherapie aufgenommen werden. In ausgewählten Fällen ist es auch möglich, in Kooperation während eines stationären Aufenthaltes bei uns eine Strahlentherapie durchzuführen. Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation Als Bestandteile einer ganzheitlichen Abteilung tragen alle unsere therapeutischen Angebote gemeinsam zu der Wiedererlangung der Einheit von Körper, Geist und Seele bei. Patientinnen, die zu einer Anschlussheilbehandlung im Rahmen einer Rehabilitation zu uns kommen, erfahren eine intensive Begleitung der Therapie, die zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führen soll. Im Rahmen der Behandlung einer Patientin mit einem Brustkrebs gibt es keine komplementäre Medikation, die die Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie ersetzen kann. Wir wissen aber, dass komplementäre Verfahren die Lebensqualität während und nach der schulmedizinischen Therapie erhöhen können. Unter komplementären Verfahren verstehen wir gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel, die Pflanzenheilkunde, z. B. zur Linderung von postoperativ auftretenden Hormonentzugssymptomen, zur Unterstützung von Entspannungsverfahren, zur natürlichen Beeinflussung von Ängsten und Depressionen. Darüber hinaus hat es sich die Naturheilkunde zum Ziel gesetzt, das unter der Krebserkrankung und der Schulmedizin leidende Immunsystem zu stärken und in seinem Kampf gegen die Krebserkrankung zu unterstützen. Ganzheitliche Medizin bedeutet für die Krebspatientin eine Berücksichtigung aller Dimensionen des Lebens, also neben rein körperlichen Gesichtspunkten auch die geistigen und seelischen Aspekte. Viele Therapieansätze aus der Ganzheitsmedizin zielen nicht direkt auf die Zerstörung des Tumors sondern auf die Stärkung der körpereigenen Kräfte und die Förderung der Gesundung (siehe auch meinen Beitrag zur Salutogenese). Wenn einer Patientin mit einem Brustkrebs nun nach einer Operation zu einer Hormon- oder gar Chemotherapie geraten wird, so stellt sich - was gut zu verstehen ist - als erstes die Frage: Muss das sein, oder gibt es Alternativen? Wir erläutern unseren Patienten (falls dies nicht bereits durch die Sie bisher behandelnden Ärzte geschehen ist), auf welchen Überlegungen die Empfehlung zur adjuvanten, also ergänzenden Therapie beruht, welchen Nutzen Sie daraus ziehen können und welche Probleme damit verbunden sind. Wir haben es uns zum Prinzip gemacht, die Situationen mit unseren Patientinnen sehr ausführlich zu erörtern und dabei zu erfragen, welche Ziele die betroffene Frau mit einer Therapie selbst verbinden würde, welche Nebenwirkungen sie keineswegs in Kauf zu nehmen bereit wäre, wie sie sich und ihre Situation selbst einschätzt und unter welchen Bedingungen eine z. B. hier begonnene Therapie zu Hause weitergeführt werden könnte. Falls die Patienten sich nach ausführlicher Beratung gegen eine Hormon- oder Chemotherapie entscheiden sollten, werden wir Sie auch auf diesem Wege begleiten. Trotz der wesentlich besseren Operationstechniken sind Störungen des Körpergefühls, der Sexualität und des Frau-Seins immer noch sehr häufig und werden bei uns in einem ganzheitlichen Konzept behandelt, das die Patientin in ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstverständnis als Frau ernst nimmt. Eine begleitende und wieder aufbauende psychologische Betreuung soll die Erfahrung der lebensbedrohlichen Erkrankung überwinden helfen und ein positives Gestalten der eigenen Zukunft ermöglichen. Die gezielte psychoonkologische Betreuung der Patientinnen besteht neben einer Gruppentherapie in Einzeltherapien, dies ermöglicht ein gezieltes Eingehen auf die persönliche familiäre Situation der Patientinnen. Soweit möglich und von der Patientin gewünscht, beziehen wir auch Partner und weitere Familienangehörige in die aufklärenden Gespräche und die psychoonkologische Betreuung ein. Es gelingt so sogar für Patientinnen in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium, die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass durch diese Verbesserung der Lebensqualität auch die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden. Wesentlich tragen die Mitarbeiter der Krankengymnastik und der Bäder- und Massageabteilung dazu bei, dass der Patient körperliches Wohlbefinden wiedererlangt. Im Rahmen der Krankengymnastik, Sporttherapie und in der Massage- und Bäderabteilung werden verschiedene Therapieformen eingesetzt, um gezielt die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und wieder Zutrauen in den eigenen Körper zu finden und auch auf diesem Weg einen höhere Lebensqualität zu erreichen. Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, dass frühzeitige gute Krankengymnastik, Lymphdrainage und Narbenbehandlung, wie wir sie in der Habichtswald-Klinik Kassel anbieten, die Operationsfolgen weiter deutlich mindern kann. Früher wurden Patientinnen mit Brustkrebs mit sehr weitgehenden Einschränkungen ihres persönlichen Lebens konfrontiert. Moderne Operationstechniken führen zu einer deutlich geringeren Häufigkeit und Ausmaß der Ausbildung eines Lymphödems, so dass die Belastbarkeit des Armes bei körperlichen Betätigungen, aber auch gegenüber moderater Wärme besser ist. Liegt kein Lymphödem vor, so nehmen unsere Patientinnen am normalen Sportprogramm teil, probieren Nordic Walking oder Saunagänge aus. Wir beraten Patientinnen umfassend zu allen Fragen in diesem Zusammenhang und geben Empfehlungen für zuhause. Ist es trotz allem zu einem Lymphödem gekommen, so werden gezielt Lymphdrainagen und Bandagierungen durchgeführt und wo erforderlich erfolgt die Anpassung eines Kompressionsstrumpfes. In der Krankengymnastik stehen spezielle Übungen zur Förderung der Beweglichkeit im Schulter-Arm-Bereich im Vordergrund. Außerdem erlernen die Patientinnen in unserem Haus, wie sie in der Eigengymnastik entstauende Übungen durchführen können, um Lymphstauungen im betroffenen Arm zu vermeiden. In einem Schulungsprogramm erlernen die Patientinnen ein situationsgerechtes Verhalten und das Vermeiden von Risikosituationen, die zur Ausbildung oder Förderung eines Lymphödems führen können. Neben der Krankengymnastik fördert auch die Ergotherapie die Beweglichkeit im Armbereich. Ergotherapeutische Verfahren kommen auch zum Einsatz, wenn im Rahmen der Chemotherapie Empfindungsstörungen im Bereich der Hände (Polyneuropathie) entstanden sind. Ist nach der Operation die Statik im Wirbelsäulenbereich gestört durch die veränderten Gewichtsverhältnisse, aber auch durch die immer wieder notwendigen Lagerungen z. B. während der Strahlentherapie, so erlernen die Patientinnen in gezielter Wirbelsäulengymnastik wieder rückengerechte Bewegungen. Zur Lockerung verspannter Muskelgruppen wird eine gezielte Massagetechnik (Marnitzmassage) eingesetzt. Sollte es in Einzelfällen zu stärkeren Hautreaktionen unter der Bestrahlung gekommen sein, sind unsere Patienten in den Händen versierter Pflegekräfte, die gezielte Hauptflegemittel mit Unterstützung durch naturheilkundliche Maßnahmen einsetzen und auch eine gezielte Narbenbehandlung einleiten. Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie. Es gibt keine gezielte Krebsdiät, die den Tumor beseitigen könnte, aber durch eine gesunde Ernährung kann viel zur Stärkung des Körpers beigetragen werden, Dabei muss die Krankheitsgeschichte des Patienten berücksichtigt werden. Deshalb bieten wir verschiedene Formen einer vollwertigen Ernährung und Vitalkost (ausgewogenen Form der Makrobiotik) aber auch alle medizinisch erforderlichen Diäten an. Darüber hinaus können Patienten in unserem Haus die ayurvedische Ernährung kennen lernen. Bei der Diagnose Krebs taucht bei vielen Patientinnen die Frage nach dem Sinn auf. Hier bietet unsere Klinik einzigartige Möglichkeiten, auf freiwilliger Basis verschiedene Angebote zu nutzen, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wesentlich zur Wiedererlangung der eigenen Kräfte und Freude am eigenen Schaffen ist die freiwillige Teilnahme am kreativen Angebot. Patientinnen, die mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen in unser Haus kommen, werden umfassend und vertrauensvoll über das für und wider jedes Behandlungsschrittes sorgfältig in Gespräch zwischen Arzt und Patient aufgeklärt. Die Behandlung von
Schmerzen ist ein vorrangiges Ziel einer interdisziplinären Sichtweise von
Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Psychologen.
Mit
den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Die „Komplementäre Onkologie“ von Jutta Hübner: Ein Buch, das Sie als Onkologe oder als Hausarzt, Internist, Gynäkologe oder Urologe, der mit Krebspatienten konfrontiert ist, immer wieder konsultieren werden. Alle Komplementärsubstanzen als Patienteninformation auf CD-ROM!
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hier: Komplementäre Onkologie, Supportive Maßnahmen und evidenzbasierte Empfehlungen Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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Weitere Fragen? 0561 - 3108 - 622
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